Jakob Piest | Vorbereitung auf die Bewerbung zum Design-Studium, seine Erfahrungen, Gedanken und Tipps
1. Was hat dir am meisten bei deiner Bewerbung geholfen?
Ordnung und Zeitdruck. Geld für Materialien – gutes Papier ist verdammt teuer.
2. Wie oft hast du dich beworben und wie erfolgreich warst du?
So ist es auch zu erklären, dass ich bei meinem ersten Aufnahme-Test das Datum falsch gemerkt habe und erstaunt am zweiten Tag der Prüfung vor Ort war. Peinlich!
Erfolgreich war ich erst als ich mein komplettes gestalterisches Spektrum ordentlich präsentiert habe.
3. Hast du Mappenkurs gemacht? Hat es was gebracht? Empfiehlst du Mappenkurse?
Nein. Wenn du nicht von Natur aus Spass am Gestalten hast und nur Designer sein möchtest weil sich das cool anhört, du denkst das du mit Kohle überschüttet wirst ohne viel zu leisten und der Arbeitstag ein fröhliches Daumendrehen wird, vergiss es. Du kannst es zwar schaffen, aber du wirst später keinen großen Spass in deinem Beruf erleben und den Alltag als Belastung empfinden. Das ist noch härtere Arbeit wenn es nicht deinem Talent entspricht und du nicht bereit bist, vollen Einsatz zu zeigen.
4. Ist Design was besonderes für dich?
Je mehr ich sehe und selber erreicht habe, desto schwieriger ist es mich von etwas beeindrucken zu lassen. Am Ende ist es alles eine Frage der Technik und der Zielsetzung. Leider gibt es haufenweise Möchtegerndesigner und gestresste Auftraggeber, die Tonnenweise Dinge produzieren, die weder anreichernd noch innovativ sind. Würden die Auftraggeber dem Designer(n) mehr Zeit und Freiraum lassen, könnte durchaus ein besonders Design entstehen. Das meiste was ich derzeit kommerziell sehe, ist langweiliger, mutloser Einheitsbrei der mehr verwirrt und etwas vorgaukelt als das es Klarheit schafft und ehrlich ist. Gutes aussehen der Produkte ist dabei immer Vorraussetzung.
5 Muss ein Designer zeichnen können?
Jemand der Dinge kreiren möchte, muss sich und seine Gedanken schnell und flüssig ausdrücken können.
Zeichnen ist meiner Meinung nach die direkteste Verbindung zwischen Ideen und deren Visualisierung. Soll aber auch Leute geben die total gut irgendwelche Kollagen bauen können und so Ihre Ideen darstellen. Im Bereich Grafik ist das Zeichnen unbedingt notwendig, andernfalls kommen ständig diese trashigen Assi-Skizzen dabei herraus, die niemand mehr sehen kann.
6 Wie inspirierst du dich?
Jeder hat eine besondere, private Art und Weise die Dinge auf unserer wundervollen Erde zu sehen und zu beeinflussen. Es gibt immer ein Thema zu dem man etwas sagen möchte oder etwas das zu verbessern und zu vereinfachen ist.
Auf welchem Wege auch immer. Oft findet man toll aussehende Dinge, an diese kann man dann anknüpfen und mit etwas eigenem kombinieren. Immer schön klauen! Zuviel Inspirationen aus dem Internet und von den Top Leuten kann aber auch entmutigend sein wenn man noch am Anfang seiner Karriere steht.
7 Viele denken, designer zu sein ist cool, ist vielleicht ein trend, was meinst du dazu?
Trend weiß ich nicht, cool aufjedenfall, sicher ein Traumberuf für jeden kiffenden Schulblock-Kritzler.
Hat etwas glamouröses, der Mercedes steht schon sogut wie in der Garage des eigenen Hauses.
Viele sagen aber auch Design ist unwichtig, diese Geringschätzung ist für mich oft hart und schwer zu wiederlegen.
8 Deine Tipps
Trust in Truth.
Ein Paar Arbeiten von Jakob:
Webseite von Jakob Piest: www.jakob-piest.de

1. Juni 2010
wahre worte!